Weihnachtskarte

X-Mas-Cards

Ist denn schon wieder Weihnachten?

Weihnachtsgrüße im Geschäftsleben

Sie sind mitten in der Planung Ihrer Weihnachtsaktion oder haben das Thema bereits konzeptionell abgeschlossen? Oder gehören Sie zu den geliebten Auftraggebern, die eine sowieso schon völlig überlastete Agentur oder GrafikerIn im November anbetteln müssen, bitte schnell noch eine Weihnachtskarte zu gestalten und zu produzieren?

Wenn Sie Mitglied der zweiten Gruppe sind und das Thema Weihnachtsgrüße somit jetzt noch nicht in Ihrem Tagesgeschäft angekommen ist, dann wird es wirkich höchste Zeit, dass Sie anfangen, sich damit auseinander zu setzen! Die folgenden Tipps sollen Ihnen dabei als kleine Hilfestellung dienen, worauf man bei der Konzeption der Weihnachtsgrüße achten und welche Fettnäpfchen Sie vermeiden sollten.

Geschenke

Ob man (besonders gute) Kunden und Geschäftspartner mit einem Weihnachtsgeschenk beglückt, ist eine Entscheidung, die man selbst treffen muss. Das hängt von vielen Faktoren ab: Der Intensität der Geschäftsbeziehung, den Gepflogenheiten der Branche und wie es bisher gehandhabt wurde.

Das Problem dabei ist, jedes Jahr wieder etwas Originelles zu finden, das dem Beschenkten gefällt und ihn erfreut. Die jährliche Flasche Wein ist beispielsweise so ein Thema. Einfach auszuwählen und zu versenden, aber nicht jeder mag Alkohol oder trinkt gerne Wein. Alkohol als Weihnachtsgeschenk ist nicht gerade originell und wird dann zu oft beim jährlichen “Wichteln” auf der Weihnachtsfeier weitergereicht.

Die Werbeartikelindustrie läuft ebenfalls schon seit Monaten auf weihnachtlichen Hochtouren, aber sind wir doch mal ehrlich: Wie viele Nagelnecessaires, Geldbeutel, Regenschirme, Korkenzieher-Sets und Feuerzeuge haben Sie in den  vielen Jahren Ihrer Geschäftstätigkeit schon eingesammelt? Freuen Sie sich noch über so etwas?

Ich empfehle “Essbares”. Geschenke zum Futtern  müssen dann aber hochwertig und/oder originell sein. Besondere Schokoladensorten, (mit Lebensmittelfarbe) bedruckte Kuchen, spezielle Kekse oder regionale Spezialitäten in einer besonderen Verpackung sind da Anregungen. Das hat auch den Vorteil, dass solche Geschenke – im Gegensatz zu Alkohol – in der Familie auch an die Kinder weiter gereicht werden können, falls der Beschenkte zum Beispiel selber kein Schokoladen- oder Kuchen-Liebhaber ist. Meine ganze Familie hat sich beispielsweise immer auf den traditionellen Baumkuchen eines Verlages gefreut und war sehr traurig und enttäuscht als diese Tradition aufgegeben wurde1

Eine weitere Möglichkeit: Das Präsent auf den Beschenkten abstimmen. Schwierig, aufwändig und ab einer bestimmten Auflage auch sehr kompliziert. Aber es gibt da schon Möglichkeiten: Mit das schönste Weihnachtsgeschenk eines meiner Geschäftspartner (eine Digitaldruckerei) ist eine gelbe Messenger-Bag, deren Klappe wie ein Ortsschild meiner Heimatstadt gestaltet ist. Diese Tasche wird auch nach Jahren immer noch mit Begeisterung von mir benutzt und ich denke jedes Mal auch an den Geschäftspartner.

Spenden statt Geschenk: Leichte Bauchschmerzen bekomme ich, wenn statt Geschenk an eine gemeinnützige Organisation gespendet werden soll. Ich persönlich mag das und finde das erheblich besser als das x-te Weinbesteck zu bekommen. Aber ich habe auch schon erlebt, dass diese Vorgehensweise nicht im gewünschten Sinn interpretiert wird: “Die waren doch bloß zu faul sich etwas auszudenken” oder “Die wollen doch nur sparen und spenden dabei überhaupt nichts” sind Äußerungen, die mir nicht selten untergekommen sind. Letzterem Argument können Sie wenigstens entgehen, indem Sie der Weihnachtskarte eine Kopie einer Spendenbescheinigung bzw. noch besser ein Dankschreiben der Organisation beilegen. Oder es sichtbar auf Ihrer Homepage veröffentlichen.

Die Weihnachtskarte

Selber gemacht oder gekauft? Da ist immer eine Frage des Budgets und wie Sie sich präsentieren möchten. Ich plädiere für die selbst gestaltete und produzierte Weihnachtskarte. Damit haben Sie die Chance Ihr Unternehmen kurz vor den Feiertagen noch einmal im “Relevant Set”2 zu verankern. Damit nutzen Sie auch die einzige (!) erlaubte Form der Werbung, die Ihnen Weihnachtsgrüße bieten – dazu gleich noch mehr. Eine Karte im Corporate Design (Logo, Farben, etc.) Ihres Unternehmens in Verbindung mit einer professionellen (!) Gestaltung wirken nachhaltiger. Dass die Gestaltung ein Profi übernimmt, muss ich jetzt nicht betonen, oder?

Sollte das Budget eine eigene Karte nicht zulassen, dann greifen Sie am besten zu den fertig produzierten Karten gemeinnütziger Organisationen wie SOS Kinderdorf oder UNICEF. Die haben meist auch recht schöne Motive in Ihrem Weihnachtskartenprogramm und der soziale Weihnachtsaspekt ist ebenfalls berücksichtigt

Unterschreiben Sie handschriftlich! Und zwar mit Kugelschreiber oder besser Füllfederhalter. Nur dann ist die persönliche Unterschrift auch als solche sofort erkennbar. Und bitte immer in “Königsblau” und nicht in Schwarz oder gar anderen Farben.

Die einzige Ausnahme: Wenn Sie eine Massenaussendung haben, die eine persönliche Unterschrift nicht zulässt. Nur dann dürfen Sie die Unterschrift eindrucken. Der Weihnachtsgruß ist ein persönlicher Gruß und sollte auch so auftreten! Perfekt wird es, wenn Sie bei wichtigen Empfängern auch noch eine kleine persönliche Anmerkungen hinzufügen. Das gibt der Weihnachtskarte den letzten persönlichen Schliff!

Eine Alternative zur Karte ist der Weihnachtsbrief. In einem Brief können Sie sich ausführlicher bedanken, das Geschäftsjahr Revue passieren lassen oder sogar noch etwas Persönliches erzählen. Aber bitte nicht auf dem Geschäftsbriefbogen! Auch hier gilt: Verwenden Sie einen (von Ihrer Agentur oder GrafikerIn) professionell gestalteten Weihnachts-Briefbogen! Glauben Sie mir, der normale Briefbogen in welchen weihnachtliche Word-Art-Grafiken eingefügt wurden, wirkt nicht3! Weder professionell, noch persönlich! Das ist schade ums Porto!

Sollte Sie Probleme haben, einen schönen, besinnlichen Brieftext zu schreiben, dann lassen Sie professionelle TexterInnen ran. Ein Punkt ist dabei aber sehr wichtig und damit kommen wir umgehend zum größten “Fettnapf”:

Keine Werbung!

Weder in der Karte noch im Brief! Niemals! Weihnachtsgrüße sind Beziehungspflege, da hat ein Hinweis auf die attraktiven Neujahrsrabatte oder ähnliches nichts zu suchen! Auch das Beilegen von Foldern, Katalogen4 oder ähnlichem ist ein absolutes No-Go! Und wenn Sie sich das kurzzeitig überlegt haben, dann schreiben Sie jetzt bitte sofort hundert Mal den Satz: “Weihnachtsgrüße sind persönliche Beziehungspflege und deshalb werde ich sie niemals für schnöde Werbung missbrauchen!” Keine Ausnahme! Punkt!

Weihnachtsgrüße per E-Mail!

Die E-Mail ist, im Gegensatz zur “traditionellen Post” immer noch ein eher informelles Medium. Und genau so wird sie auch wahr genommen. Eine E-Mail transportiert einfach (noch) nicht die Wertschätzung einer Karte oder eines Briefes. Eine E-Mail signalisiert im schlimmsten Fall, dass Ihnen der Empfänger nicht mal 58 62 Cent5 Porto wert ist.

Und wenn es denn schon die E-Mail sein muss, dann bitte keine Anhänge in Form von Power-Point-Präsentationen oder Dateien, die sich unkontrolliert öffnen oder gar im System installieren. Und keine elektronischen Grußkarten von irgendwelchen Portalen oder ähnliches! Setzten Sie sich in Ruhe hin und schreiben Sie einen persönlichen Text in die E-Mail. Was beim Weihnachtsbrief zählt, gilt auch für die Weihnachts-E-Mail.

Das sind jetzt die wichtigsten Punkte, die es bei der alljährlichen Weihnachtspost zu bedenken gilt. Letztendlich ist es nicht sehr kompliziert, einem Geschäftspartner zum Jahresende Wertschätzung zu vermitteln und sich angemessen für eine Geschäftsbeziehung zu bedanken. Falls Ihnen das geschäftliche Weihnachten aber trotzdem Schwierigkeiten macht, dann konsultieren Sie zu diesem Thema bitte einen Fachmann….

  

  1. Klassischer Fall von unnötigem „Wir müssen mal was Neues machen“. []
  2. Die Produkte und Marken, die im Bewusstsein des Kunden als kaufwürdig in Frage kommen. Die selektierte Auswahl aus dem vorhandenen Angebot (Available Set), welche bei einer Kaufentscheidung überhaupt nur in Betrachtung gezogen wird. []
  3. Was glauben Sie, was ich mir da schon habe ansehen müssen…. []
  4. Allerdings kann man bei der Aussendung des Herbstkataloges durchaus eine Weihnachtskarte beilegen, aber das ist ein anderes Thema und führt zu weit []
  5. Dass Weihnachtskarten immer im Briefumschlag verschickt werden, muss ich nicht extra erwähnen, oder? []